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how to… Grauwasserturm

der fertige Grauwasser-Filter-Turm

Die trockenen Sommer 2019 und 2020 haben uns sehr deutlich vor Augen geführt welche große Bedeutung Wasser im Garten hat, damit die Pflanzen überleben. Nicht nur in den Gemüsebeeten, sondern auch Sträuchern und Bäumen, die wir in ‚normalen‘ Sommern kaum gegeossen haben, fehlte Wasser. Im Stadtgarten h17 gibt es zum Glück seit einigen Jahren einen Wasseranschluss, so dass die leeren Regenfässer kein Problem darstellten. Auf unserer Wasserrechnung hingegen sahen wir das Problem deutlich.

Höchste Zeit also uns dem Thema Wasserverbrauch im Garten zu widmen! Auch weil eines unserer Ziele im H17 der nachhaltige Umgang mit Ressourcen ist und dadurch ganz praktischen Umweltschutz zu betreiben.

Im Garten fällt kaum Abwasser an. Wasser verbrauchen wir hauptsächlich zum Gießen. Aber auch zum Händewaschen oder wenn mal gekocht wird. Und wo hin mit diesem leicht verschmutzten Abwasser (Grauwasser)?

Wir hatten vom Grauwasserturm schon mal gehört, haben recherchiert und uns Unterstützung bei KanTe* (Kollektiv für angepasste Technik aus Berlin, noch einmal ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle!) geholt.

Die Idee: leicht verschmutztes Abwasser selbst reinigen und wiederverwenden, z.B. zum Gießen. Und damit unseren Wasserbrauch etwas reduzieren.

Das Prinzip: Wir bilden das System nach, das auch zu sauberem Grundwasser führt: Wasser durch verschiedene Sand- und Kiesschichten sickern lassen. Grobe und feine Stoffe im Wasser bleiben hängen, aerobe Mikroorganismen bauen Tenside und Fette ab und das Wasser wird gereinigt. Im Prinzip ganz einfach. Die Umsetzung eigentlich auch 😊

Die Umsetzung: Auf relativ kleinem Raum soll also unser leicht verschmutztes Abwasser gefiltert und gereinigt werden. Dazu müssen zuerst die groben Bestandteile im Wasser, z.B. ein Stückchen Zwiebel vom Teller, abgetrennt werden (Vorfilter). Dazu dienst der Eimer ganz oben, der mit Holzhack gefüllt ist und von Zeit zu Zeit ausgetauscht werden kann, Reste kompostieren). Das vorgereinigte Wasser sickert nun weiter durch eine Kiesschicht (die oberen ca. 10cm des großen Behälters) und dann durch eine feinere Sandschicht. Aus dem Grauwasserturm untern heraus in ein Auffanggefäß (z.B. Gießkanne) fließt das geklärte Abwasser und kann wiederverwendet werden.

Das im Grauwasserturm aufbereitete Wasser hat keine Trinkwasserqualität und wird von uns daher nur zum Gießen verwendet.

Eine Bauanleitung von KanTe* ist hier zu finden. Wir haben sie für unsere Zwecke etwas abgewandelt bzw. angepasst (z.B. dass wir ein Gefäß zum Auffangen des Wassers direkt unter den Turm stellen können).

Auf den folgenden Fotos haben wir den Bau des Grauwasserturms festgehalten. Bei Fragen, schreibt uns gerne eine Mail (siehe Kontaktformular).

Ein Fundament / Erhöung für den eigentlichen Turm muss her.
Ein Drainagerohr zur Belüftung.
Die Löcher können später noch von außen mit Pflanzen bestückt werden. Denn wenn Pflanzen dabei sind, übernehmen diese die wichtige Rolle eines Milieuverbesserers (lockern auf, die Wurzeln belüften aktiv) und können die von den Bakterien recycelten Nährstoffe aufnehmen.
Wir wollen sie auch als „Anzeiger“ der Feuchtigkeit im Turm haben, um den aeroben Mikroorganismen das für sie passende Klima zu erhalten.
Ganz unten eine Lage Kies…
dann mit Sand auffüllen…
… zum Schluss noch mal eine Lage Kies.
Der Abscheider für den groben Schmutz bekommt noch ein paar Löcher, um mit Rindenmulchch bestückt als Vorfilter zu dienen…
…bevor der Tum das erstemal mal mit (Ab-)Wasser befüllt wird.