Rückblick September: Ausbeutung vs. Pflege des Bodens; Terra Preta, Kompost & Bokashi-Eimer-Bau

In den Spätsommer gestartet sind wir mit einem spannendem Vortrag von Wilhelm Dargel zum Thema Landwirtschaft und Klimwandel.

Beschreibungen wie die Landwirtschaft von der Klimakrise betroffen ist, in Form von Dürren, Überschwemmungen und neuen Schädlingen, sind nicht ganz neu.

Vielleicht überraschend ist jedoch die Tatsache, dass die aktuell am weitesten verbreitete industrielle Landwirtschaft für die Ökologische Kriese maßgeblich mitverantwortlich ist. Weil sie auf fossilen Ressourcen und der Zufuhr von künstlich hergestellter Düngemitteln beruht. Allein die Herstellung von Nitratdünger benötigt neben Erdöl auch wahnsinnige viel Strom – 1% des weltweiten Energiebedarfs. Zusätzlich ist die momentan dominante Landwirtschaft insgesamt für ein Viertel aller Klimagasemissionen verantwortlich und Haupttreiber des Artensterbens.

Dringend nötig: andere Formen der Bodenbearbeitung und Düngung

Daher sind andere Formen der Bodenbearbeitung und Düngung nötig. Die gute Nachricht: Sie sind möglich und zum Teil seit Jahrhunderten oder schon vor Jahrtausenden erprobt.

Über einige Grundlagen, z.B. die Anwendung von Gründüngung und anderen Anbaumöglichkeiten zur Schonung des Bodenlebens und damit auch zur Förderung der Bodenfruchtbarkeit, kann man sich noch bis Ende Oktober in der Ausstellung „FRUCHTBARE ERDE“ informieren.

Mit der Kompostherstellung sowie speziellen Themen wie Terra Preta und Bokashi haben wir uns in der OFFENEN GARTENSPRECHSTUNDE mit der Scherberjugend und in einem Ganztagesworkshop beschäftigt.

Workshop Boden, Kompost & Bokashi

Um den Gartenboden mit Nährstoffen anzureichern und so die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten oder zu erhöhen ist das Erzeugen und Einbringen von Kompost, also Humus, unerlässlich. Besonders wichtig ist es dabei die vorhandenen ökologischen Kreisläufe zu nutzen.

Zu diesem Zweck haben uns Miren von BodenschätzeN und Ari vom KanTe – Kollektiv für angepasste Technik verschiedne Möglichkeiten zur Herstellung von Kompost aus Biogut (das viel zu kostbar ist um es Bio“müll“ zu nennen) und Gartenabfällen erklärt.

Nach einem anschaulichen Input zu den Fragen

Worauf ist zu achten beim Kompost anlegen?

Welche Pflege braucht der Kompost und warum?

Was gehört in den Kompost und was nicht?

haben wir uns der zweiten Kompostlagerstelle im Stadtgarten gewidmet und alle seit dem Sommer gesammelten Garten- und Küchenreste zum nun ruhenden Kompost geschichtet – angereichert mit Pflanzenkohle, Algenkalk, Gesteinsmehl und Kaninchenmist aus der Nachbarschaft.

Schön war es dabei zu erfahren, wie auch das angeschlagene Fallobst den Kompost bereichern kann und nun die für den Zersetzungsprozess notwendigen Mikroorganismen und andere Bodentierchen wie Regenwurm & Co ernährt. Es gibt im Garten keinen Abfall, sondern Kreisläufe. Und wenn die intakt sind und die Kompostierung läuft wie geplant, haben wir am Ende beste nährstoffreiche Erde die wieder unsere Obstbäume und Gemüsebeete düngen wird…

Bokashi-Eimer selber bauen

Um nicht erst im Garten, sondern schon zu Hause Küchenabfällen bestmöglich Sammeln und Lagern zu können, bietet sich für Stadbewohner:innen außerdem eine aus Japan stammende Technik mittels Fermentation an. Deshalb konnten beim Workshop alle interessierten Teilnehmenden eigene Bokashi-Eimer bauen. Alles was man dafür braucht sind zwei gleich große Plastikeimer, am besten gebraucht wie es sie z.B. bei Imbissen gibt, einen passenden Deckel und etwas Werkzeug. Bevor die beiden Eimer ineinander gesteckt werden, bekommt der innere einen löchrigen Boden:

Und der zweite Eimer bekommt einen Hahn knapp über dem unteren Rand (den kann mensch aber auch weglassen und den Eimer enleeren indem der innere einfach rausgenommen wird):

Mehr zur Benutzung und zum Thema Bokashi

Allen die sich näher für das Thema Bokashi interessieren sei dieses Webinar der anstiftung empfohlen:

Büchertips zum Thema Boden, Kompost, Kreisläufe

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